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LEADERSHIP & UNTERNEHMENSKULTUR

Sie wollen Mitarbeiter, die entscheiden. Können Sie mit deren Entscheidungen leben?

Eigenverantwortung lässt sich nicht verordnen. Sie braucht klare Entscheidungsbefugnisse und das Vertrauen, dass nachvollziehbare Entscheidungen fair bewertet werden – auch dann, wenn das Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht. Führung prägt, ob Menschen handeln oder Entscheidungen weiterreichen.

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Das Problem ist erkannt. Eine Lösung liegt auf der Hand. Trotzdem entscheidet niemand.

Nicht unbedingt, weil Kompetenz fehlt. Sondern weil eine Rückfrage sicherer erscheint als eine eigene Entscheidung.

„Was, wenn ich falschliege? Wenn es Geld kostet? Wenn ich morgen allein dafür geradestehen muss?“

Also wird die Entscheidung weitergereicht.

Für den Mitarbeiter bedeutet das Absicherung. Für Gäste und Kunden bedeutet es Wartezeit, daraus resultierend Unzufriedenheit. Für die Führungskraft einen weiteren Vorgang auf dem Tisch.

Wenn Absicherung zur Gewohnheit wird.

Und im nächsten Meeting heißt es: „Unsere Mitarbeiter müssen mehr Eigenverantwortung übernehmen.“

Wir erwarten unternehmerisches Denken, verlangen aber für jede Abweichung eine Freigabe. Oder wir gewähren Handlungsspielraum – und stellen ihn infrage, sobald jemand anders entscheidet, als wir es selbst getan hätten.

So lernt ein Team nicht, Verantwortung zu übernehmen. Es lernt, sich abzusichern.

Klare Grenzen ermöglichen Entscheidungen.

Natürlich braucht es Grenzen. Budgets, Sicherheit und verbindliche Standards stehen nicht zur freien Verfügung. Aber zwischen „Alles selbst entscheiden“ und „Für alles nachfragen“ liegt die eigentliche Führungsarbeit.

Sie besteht darin, Befugnisse klar festzulegen, Urteilsvermögen zu entwickeln und nachvollziehbare Entscheidungen fair zu bewerten.

Entscheidungen brauchen eine faire Bewertung.

Denn ein schlechtes Ergebnis beweist nicht automatisch, dass eine Entscheidung falsch war. Welche Informationen lagen vor? Welche Alternativen gab es? Wurde sorgfältig abgewogen?

Fahrlässigkeit und eine verantwortungsvoll getroffene Entscheidung mit unerwünschtem Ergebnis sind nicht dasselbe.

Eigenverantwortung verpflichtet beide Seiten.

Umgekehrt gehört zur Eigenverantwortung auch, vorhandenen Spielraum zu nutzen, Entscheidungen zu erklären und aus Fehlern zu lernen. Rückhalt ist kein Freibrief. Verantwortung aber auch keine Einladung, jemanden bei Schwierigkeiten allein zu lassen.

Was passiert in Ihrem Unternehmen, wenn jemand mit gutem Grund entscheidet – und trotzdem falschliegt?

Die Antwort darauf prägt, ob beim nächsten Mal gehandelt oder wieder nur nachgefragt wird.

Wer Verantwortung fordert, muss mehr übertragen als Aufgaben.